imd BIOTECH und QUS Tech: Zwei Märkte, in denen Geschwindigkeit zum Werttreiber wird
Wenn Technologie den Praxistest besteht
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
Die spannendsten Technologien sind nicht immer die sichtbarsten.
Oft entstehen sie dort, wo Unternehmen jeden Tag mit einem konkreten Engpass kämpfen: Testergebnisse kommen zu spät, Daten fehlen im entscheidenden Moment oder bestehende Lösungen funktionieren nur unter Laborbedingungen.
Genau hier setzen zwei Beteiligungsunternehmen von Sensus Pura an:
imd BIOTECH will Krankheitserreger in Lebensmitteln schneller erkennen.
QUS Tech macht Vital- und Bewegungsdaten direkt über intelligente Textilien nutzbar.
Beide Unternehmen bewegen sich in Märkten, in denen Schnelligkeit, Datenqualität und zuverlässige Anwendung zunehmend wirtschaftlichen Wert schaffen.
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

🔬 imd BIOTECH: Lebensmittelsicherheit wird schneller und dezentraler
Die Wiener imd BIOTECH GmbH entwickelt mit „rappid“ eine Plattform zur Erkennung lebensmittelbedingter Krankheitserreger.
Das System besteht aus einem kompakten Analyzer, pathogen-spezifischen Biosensoren, versiegelten Testkartuschen und einer Software zur Auswertung. Im Unterschied zu klassischen Laborabläufen soll das Wachstum lebender Bakterien bereits während des Testprozesses in Echtzeit erfasst werden.
👉 Das Ziel: Ergebnisse innerhalb von vier bis 24 Stunden.
Warum dieser Markt relevant ist
Lebensmittelsicherheit gehört zu den dauerhaft regulierten und wirtschaftlich notwendigen Märkten.
Nach den im Juni 2026 veröffentlichten Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation erkranken weltweit jedes Jahr rund 866 Millionen Menschen durch kontaminierte Lebensmittel. Etwa 1,52 Millionen Menschen sterben an den Folgen. Die globalen Produktivitäts- und Gesundheitskosten beziffert die WHO auf rund 310 Milliarden US-Dollar pro Jahr.
Auch für Lebensmittelproduzenten ist der wirtschaftliche Druck hoch. Die EU schreibt mikrobiologische Kriterien unter anderem für Salmonellen und Listeria monocytogenes vor. Produzenten müssen sicherstellen, dass ihre Produkte und Chargen diese Kriterien erfüllen. Der Bedarf an Tests ist deshalb nicht allein trendgetrieben, sondern regulatorisch im Markt verankert.
imd BIOTECH selbst beziffert den globalen Markt für Food-Pathogen-Testing 2025 auf 23,5 Milliarden US-Dollarund erwartet bis 2035 ein Wachstum auf 55,8 Milliarden US-Dollar. Für die zunächst adressierten Schnelltests in Europa und den USA sieht das Unternehmen einen Markt von 12,8 Milliarden US-Dollar. Diese Planung basiert auf der internen Marktanalyse und externen Branchenstudien.
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
📈 Was im Q2 erreicht wurde
Funktionsfähige Prototypen wurden in relevanten Anwendungsumgebungen getestet. Hinzu kommen Pilotversuche und fünf Absichtserklärungen potenzieller Kunden.
Damit wird die Investmentthese konkreter:
imd BIOTECH entwickelt nicht nur einen weiteren Labortest. Das Unternehmen will die Diagnostik näher an den Produktionsort bringen und damit schnellere Freigabeentscheidungen ermöglichen.
Auch das Geschäftsmodell unterstützt eine Skalierung: Der Analyzer bildet die installierte Basis, während die Einwegkartuschen wiederkehrende Erlöse erzeugen sollen. Die geplanten Preise liegen bei 7.500 bis 10.000 Euro pro Analyzer und – abhängig von Volumen und Kundengruppe – zwischen 15 und 35 Euro pro Testkartusche.
Der nächste Entwicklungsschritt
Mit Prototypen, Pilotierungen und konkretem Kundeninteresse hat imd wichtige Voraussetzungen für den Markteintritt geschaffen.
Im Mittelpunkt stehen nun der industrielle Produktionsaufbau, die relevanten Zertifizierungen und die ersten kommerziellen Anwendungen.
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

👕 QUS Tech: Intelligente Kleidung wird zur Datenplattform
Die österreichische QUS Tech GmbH entwickelt intelligente, waschbare Textilien, die Vital- und Bewegungsdaten direkt über die Kleidung erfassen.
Textile Sensoren, eine On-Board-Unit und die dazugehörige Softwareplattform ermöglichen die Verarbeitung von Daten wie Herzfrequenz, Atmung, Herzratenvariabilität, Bewegung und Position.
Die Anwendungsfelder reichen vom Profisport über Industrie und Rettungswesen bis zu sicherheitskritischen Einsatzbereichen.
Ein wachsender Markt zwischen Textil und Technologie
QUS bewegt sich im Schnittfeld zweier dynamischer Märkte.
Der weltweite Wearable-Technologie-Markt wurde für 2025 auf rund 92,9 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll nach einer Marktprognose bis 2033 auf knapp 230 Milliarden US-Dollar wachsen. Innerhalb dieses Gesamtmarkts gewinnt Smart Clothing als körpernahe und kontinuierliche Form der Datenerfassung an Bedeutung.
Noch fokussierter ist der Smart-Textiles-Markt: MarketsandMarkets erwartet ein Wachstum von rund 2,4 Milliarden US-Dollar 2025 auf 5,6 Milliarden US-Dollar 2030. Das entspräche einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 18,2 %. Zu den relevanten Einsatzfeldern gehören Sport, Gesundheit, Industrie und Verteidigung – genau jene Bereiche, in denen QUS seine Technologie positioniert.
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
📈 Was im Q2 erreicht wurde
Im Mai 2026 unterzeichnete QUS einen Zweijahresvertrag mit Yamaha Racing Factory. Damit wird die Technologie in einem Umfeld eingesetzt, in dem Präzision, Belastbarkeit und Echtzeitdaten eine zentrale Rolle spielen.
Parallel vertiefte QUS die Zusammenarbeit mit Magirus und dem Vertriebspartner V2K. Für die internationale Leitmesse Interschutz wurden gemeinsame Live-Demonstrationen und weitere Kooperationsschritte vorbereitet. Zudem wurde Shira Kaplan, Gründerin und CEO der Cyverse AG, in das Executive Advisory Board aufgenommen.
Diese Entwicklungen zeigen mehr als reine Sichtbarkeit.
Der Motorsport bietet QUS einen anspruchsvollen Referenzraum für Performance-Daten. Die Zusammenarbeit mit Magirus und V2K öffnet zugleich Anwendungen, bei denen die körperliche Belastung und Sicherheit von Einsatzkräften im Mittelpunkt stehen.
Der nächste Entwicklungsschritt
Die neuen Partnerschaften schaffen eine starke Basis, um die Technologie weiter zu standardisieren und zusätzliche Märkte zu erschließen.
Der Entwicklungspfad führt von einzelnen Anwendungen zu einer Plattform, die in unterschiedlichen Textilien, Einsatzgebieten und Softwaresystemen genutzt werden kann.
Genau darin liegt das langfristige Potenzial von QUS: nicht nur Kleidung mit Sensoren anzubieten, sondern eine skalierbare Infrastruktur für körpernahe Daten.
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Unsere Einordnung
imd BIOTECH und QUS Tech lösen völlig unterschiedliche Probleme.
Trotzdem verbindet beide Unternehmen eine klare Entwicklung:
Daten entstehen näher an dem Ort, an dem sie gebraucht werden.
Bei imd direkt in der Lebensmittelproduktion.
Bei QUS direkt am menschlichen Körper.
Dadurch werden schnellere Entscheidungen, neue Anwendungen und wiederkehrende Geschäftsmodelle möglich.
Wachstum entsteht nicht in einem einzelnen Moment. Es entsteht, wenn Produkt, Markt und Umsetzung Quartal für Quartal stärker zusammenfinden.
Genau diese Entwicklung sehen wir aktuell bei imd BIOTECH und QUS Tech.
Private Markets brauchen mehr als Zugang. Sie brauchen Auswahl, Einordnung und laufende Transparenz.